Denken.

Unser intellektuelles Erkennen bestimmt zu einem maßgeblichen Teil unsere Gefühle. Dennoch gilt: Unsere Gedankenwelt basiert auf unseren Gefühlen.
Aus diesem Grund ist es mitunter so schwierig, Denken und Fühlen auseinander zu halten. Denn beide Erfahrungen der menschlichen Natur entstehen in Abhängigkeit voneinander.
Wenn wir ein Gefühl der Ablehnung oder des Zweifels an uns selbst empfinden, weil ein Anderer uns kritisiert hat, entsteht dieses vor allem aus dem Motiv der intellektuellen Unsicherheit heraus. Unsicherheit deshalb, weil wir dazu neigen, uns selbst im Spiegel des Anderen zu erkennen.

Dieser Gedanke des Selbst-Zweifels entsteht maßgeblich aus unserem ursächlichen Nichtwissen heraus. Auf die wesentlichen Fragen des Lebens (wo kommen wir her? warum sind wir hier? wohin gehen wir?) kennen wir zumeist keine Antwort im Bewusstsein, wenngleich unser Unterbewusstsein diese Fragen beantworten kann und dieses auch vielfältig tut. Jene Antworten manifestieren sich in uns über unsere Gefühle und über unsere Wünsche, Träume und Hoffnungen.
Unser Intellekt mag uns also mitunter dazu dienen, unsere Gefühle wahrzunehmen als Sendboten unseres Unter- und Unbewussten. Aber Gefühle lassen sich eben auch “denken” und Gedanken auf der anderen Seite ebenfalls erspüren.
Es gilt also vornehmlich nach der Ursache unseres jeweiligen Sein-Zustandes zu forschen. Denken bedeutet Träumen und dieses manifestiert in uns unterbewusste Wünsche, bis sie zur Realität reifen und werden.
Will man also inneren Frieden erstreben, kann man beide Herangehensweisen zur Überwindung des Urzustandes des Nichtwissens nutzen.
Auf der Gefühlsebene mögen wir uns “positiv programmieren” – dahingehend, dass wir uns auf die schönen, von uns erlebten, Momente fokussieren. Gleiches zieht Gleiches an und somit werden wir dazu neigen, weitere “schöne” Augenblicke in unserem ErLEBEN zu erzeugen. Und jene Besinnung auf als Schön erfahrene Zustände verändert im weiterführenden Moment unsere Gedankenwelt, da beides interdependent wirkt.
Im Gegenzug ist es auf dem Weg zum inneren Frieden ebenso förderlich, positive und wohltuende Gedanken zu wählen, um hierdurch unser Gefühlserfahren zu beeinflussen. Dieser Umstand stellt meiner Auffassung nach den Hauptgrund jener meditativer Methoden dar, die eine Konzentration auf positiv besetzte Bilder vor dem inneren Auge beinhalten. Hierdurch formt sich der Wille des Menschen, zielgerichtet tätig zu sein. Mit anderen Worten: Er strebt.
Die wechselseitige Abhängigkeit unserer Gedanken und Gefühle bietet sowohl herausforderndes Potential, als auch Gefahr. In jedem Fall ist die Beeinflussbarkeit unseres täglichen Erlebens immanent gegeben.
Wir alle mögen also bestrebt sein, auf unseren Wegen, achtsam und “sehenden Auges” unser Sein zu beleuchten, um es so schließlich zu durchdringen. Und Achtsamkeit beinhaltet den Gedanken permanenter Auseinandersetzung mit dem Du.

 

“Gute Gedanken zu haben ist eine Sache; ihnen entsprechend zu handeln eine andere.”

Mahatma Gandhi

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