Frieden

Weisheit und Wahrheit sind Zustände (und Gegebenheiten), die erscheinen, wenn einer Seele Frieden zuteil wird. Jener Friede ist allen Wesen zu eigen und stets gegeben. Unsere “Verblendung” in der Nacht des Irrtums bewirkt erst, dass wir eine Wahlmöglichkeit erfahren und treffen können.


Diese Wahlmöglichkeit bedingt Unterscheidung und diese wiederum Wertung. Der Himmel lebt in der Welt des Absoluten, während die physische Existenz in der Welt des Relativen manifestiert ist. Dieser Umstand erzeugt jene Spannungen, die unsere Reisen so wertvoll erscheinen lassen und die Schönheit im Ausdruck der Bewegung darstellen. Frieden – insbesondere Seelenfrieden – existiert sowohl absolut, als auch relativ. Mögen wir alle unser Licht erkennen und die Schönheit unserer Reisen begreifen.
Durch jenes, welches uns in diese Existenz geworfen hat – die Suche nach Erfahrung.

 

 

2. Verzeihen
Feindschaft wird dann in uns überwunden, wenn wir alle erkennen, dass wir Geschwister des Himmels sind. Diese Erkenntnis beinhaltet den Gedanken und das Gefühl des Verzeihens. Wir alle tun uns solange schwer damit, einander zu verzeihen, solange wir uns selbst nicht vergeben können. Diese “Schuld” ist gewachsen in unserer Tradition, uns als unfertige, unvollkommene und unheilige Wesen zu begreifen. Unsere – uns von Gott gegebene – Fähigkeit des Urteil-Fällens und Urteilen-Können bedingt das Motiv der Wertung.
Wertung aber, klassifiziert und schränkt demzufolge unser Denken, Wollen und Handeln ein.
Frieden entsteht dann in uns, wenn wir – kraft unseres Erkennens – Liebe leben. Und dieses bedeutet in erster Linie, sich selbst anzunehmen, als der, der man ist: Ein Wesen aus Licht – ohne Fehler, aber durchaus Irrtümern unterliegend. Jene Irrtümer sind kostbar und zugleich hochwohlgeboren, denn erst sie bedingen das Wachstum und die “Reifung” einer jeden Seele.
Wenn Gott gewollt hätte, dass wir uns in jedem Augenblick als “vollkommen” begreifen würden, hätte er nicht die Möglichkeit des Irrtums erschaffen. Der Irrtum erst ist es, der der Seele die Reifung und die Selbsterkenntnis ermöglicht. Wir mögen also keine Angst haben, uns “irren” zu können, denn dieses würde bedeuten, dass wir unserer Seele die Möglichkeit der Reifung und des “Wachstums” nehmen würden. Wir mögen stattdessen unsere Reisen genießen und aus den Erfahrungen Anderer und den eigenen lernen.
Wenn wir in diesem Glauben leben, wird uns Frieden bescholten sein.

 

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